Wahlen in Zeitz

Was wollen uns Wähler*innen sagen?

 

Nach dem vorläufig amtlichen Wahlergebnis haben von 24.405 Wahlberechtigten 12.946 ihre Stimme abgegeben. Das sind 63,9 Prozent.

Bei den Zweitstimmen liegt Wahlsieger CDU gerade einmal 1,6 % vor der zweitplatzierten AfD. Deutlicher ist das Ergebnis zwar bei Dieter Stier (CDU) in den Erststimmen, der 6% vor dem AfD-Kandidaten Uwe Gewiese mit 25,3 % liegt. Davon hatte der SPD-Kandidat Hans-Jürgen Schmidt gerade einmal die Hälfte an Stimmen gewinnen können. Bei den Zweitstimmen ist der Vergleich SPD zu AfD nahezu deckungsgleich. 13,2 % für die SPD –  eine Klatsche, das anders zu bezeichnen wäre vermessen.

Was uns die Wählerinnen und Wähler damit eigentlich sagen wollen, das wird uns noch eine längere Zeit beschäftigen.
Sie werden uns nicht sagen wollen, dass sie nun etwa alle rechts wären. Genauso wenig werden sie die bisher für die Region wirkungslose Arbeit eines André Poggenburg im Landtag honoriert haben oder im AfD-Kandidaten Uwe Gewiese den künftigen Macher für die Region gesehen haben wollen.

Die Wähler*innen haben die SPD nicht als die Gerechtigkeitspartei wahr genommen. Sie nahmen ihr nicht ab, dass dort, wo Gerechtigkeit drauf steht auch Gerechtigkeit drin ist. Worüber also muss die SPD sprechen? Jedenfalls weder über die Wähler*innen (höchstens mit ihnen), auch nicht über die AfD – über sich muss die SPD sprechen, über ihre Ziele und wie sie künftig bei ihren Grundwerten bleiben und trotzdem moderne wie verständliche Politik machen will. Und mit wem.
Das wird ein langer Weg, auf dem mit vorschnellen Antworten wie am Wahlabend schlecht voranzukommen sein wird.

Quelle Abb.: Burgenlandkreis

Über Reiner Eckel 49 Artikel
Jahrgang 53, seit 1993 Mitglied der SPD. Webzwonullenthusiast und Kolumnist auf ZeitzOnline.de

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